Rad- und Kraftfahrerverein „Solidarität“
  Bad Lauterberg im Harz e.V.
    Radball, Radpolo und Motorsport seit 1902

Radball

Eine Mannschaft, die ausschliesslich aus Männern besteht, setzt sich aus zwei Spielern zusammen: einem Torwart und einem Feldspieler, wobei der Torhüter auch auf dem Feld spielen darf. Beide benutzen ein spezielles Fahrrad, mit dem vorwärts sowie rückwärts gefahren werden kann. Die Übersetzung der Pedale zum Hinterrad ist 1:1. Der Ball wird mit schlägen durch das Rad und dem Körper (allerdings ohne die Benutzung von Händen und Füssen) auf das gegnerische Tor gespielt. Auch Kopfbälle sind erlaubt.

Es werden zwei Halbzeiten gespielt, die (in der Spielklasse der Herren) nicht länger als 2x7 Minuten sind. Lediglich bei jüngeren Spielklassen beträgt die Spielzeit 2x5 bzw. 2x6 Minten. In der Halbzeitpause werden die Spielseiten gewechselt. Die Pause darf nicht länger als zwei Minuten dauern.

Der Ball hat eine Kugelform und ist aus Stoff gefertigt. Er hat einen Durchmesser von 17-18 cm und wiegt zwischen 500 und 600 Gramm. Bei Freischlägen kann er eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h erreichen.

Das Radballspielfeld ist international genormt und hat eine Fläche von 14x11 Metern. An den Seiten ist es von einer 30cm hohen Schrägbande mit 60° eingefasst. Es gleicht dem Spielfeld für Radpolo. An beiden Enden steht jeweils ein Tor, welches zwei Meter hoch und zwei Meter breit ist. Mit einem Radius von zwei Metern befindet vor jedem Tor ein Halbkreis. Dieses ist der Strafraum, in dem sich jeweils nur ein Spieler der verteidigten und der angreifenden Mannschaft befinden darf. Der Torwart darf in seinem Strafraum die Hände zur Ballabwehr benutzen. Kommt es im Strafraum zu einem Vergehen, gibt es ein 4-Meter Strafstoss (ähnlich wie der 11-Meter im Fussball). Berührt ein Spieler während des Spiels mit seinem Fuss oder dem ganzen Körper den Boden, ist der betreffende Spieler erst dann wieder spielberechtigt, wenn er die Toraussenlinie des eigenen Tors überquert hat. Andere Regelübertretungen ausserhalb des Strafraums werden mit Freistössen geahndet.

2er-Radball ist die meistverbreiteste Art des Sports. Weiterhin gibt es auch 5er-Radball, was ebenfalls in der Halle gespielt wird und Rasen-Radball, welches mit zwei Mannschaften mit je 6 Spielern im Freien gespielt wird.

Offizielles Reglement für Radball (PDF, 474 KB)

Die Geburtstunde des Radballspiels

oder weil ein Mops im Wege stand

„Eines Tages“, erinnerte sich Nicholas Edward Kaufmann, der berühmte Kunstradfahrer vor der Jahrhundertwende, „lief mir ein kleiner Hund vors Rad. Rasch hob ich das Vorderrad und beförderte damit den Mops so sanft es ging aus dem Weg – mich vor einem Sturz rettend, das Tier vor Verletzungen“.

Das Kunststück per Zufall präsentierte der amerikanische Radakrobat bald darauf im überfüllten Washingtonring seiner Heimatstadt Rochester der Öffentlichkeit: ein kleiner Poloball war „Mopsersatz“, ein anderer Kunstradfahrer, John Featherly, sein Spielpartner. Man schrieb den 14. September 1883 - Es war der Geburtstag des Radballspiels...

Das Duell um den Ball hoch zu Ross, gespielt wurde auf einer Art Hochrad, dem American-Star-Bicycle, wurde schnell populär und kam auch bald über den großen Teich. Zwei kesse Berliner Kunstradfahrer, Paul und Otto Lüders vom Bundesverein Sport Berolina, waren 1901 die ersten Europäer, die offiziell Radball spielten.

In Gasthofsälen, Turnhallen, auf Sportplätzen – überall wo Parkett- oder ähnlich harter Boden war, spielten die Kunstradfahrer Radball. Meistens zwei gegen zwei. Auf Antrag des Bundes Deutscher Radfahrer wurde Zweier-Radball schon 1930 Weltmeisterschaftsdisziplin. Erste Titelträger wurden in Leipzig die Dresdner Scheibe/Bernd.

Der Zweierradball ist beliebt wie eh und je und mittlerweile sogar im fernen Japan, Singapur und Malaysia populär. Dominierend freilich sind weiterhin die Europäer. Anfangs war Radball „das“ Spiel der Deutschen. Von 1951 bis 1954 und 1956 waren Willi und Rudi Pensel Vizeweltmeister und 1955 und 1957 Weltmeister. Danach wurden dann die Schweizer weltmeisterlich. Anschließend 1965 - 1989 kam das weltbeste Radballpaar aus der Tschechoslowakei Jan und Jindrich Pospisil, die sage und schreibe 21 mal den Weltmeistertitel errangen. Nach ihrem Rücktritt errangen 1990 die Gebr. Steinmeier und 1991 und 1992 die Gebr. King die Weltmeisterschaft. 1993 fanden die Weltmeisterschaften erstmals außerhalb Europas in Hong-Kong statt. Hier konnte sich die Schweiz erstmals wieder seit 33 Jahren den Titel sichern. 1994 in Saarbrücken gewannen die Gebr. King erneut den Titel.

Weiterführende Links

TV total (vom 18.05.2006) - Fahrradfussball (externe Verlinkung mit freundlicher Genehmigung der BRAINPOOL Artist & Content Services GmbH)